Etwas verfroren fanden sich die fünf wetterfesten Teilnehmer am vereinbarten Treffpunkt am Sonntagmorgen ein, um sich auf ein fotografisches Blind-Date einzulassen.

Joachim, der den Event organisiert hatte, versprach die Teilnehmer ins Jahr 5779 zu entführen, und wedelte dabei geheimnisvoll mit einem allzu weltlichen Schlüsselbund. Die allgemeine Verblüffung löste sich auf, als das Ziel genannt wurde: der alte jüdische Friedhof in Hanau, und nach jüdischem Kalender schreibt man das “Jahr 5779 nach Erschaffung der Welt”, wie Joachim erläuterte.

Vor Ort fanden die Fotofreunde eine kleine Idylle inmitten der angehenden Großstadt vor. Diese Atmosphäre auf dem jüdischen Friedhof hat jeden nachhaltig beeindruckt! Gerade die geschichtlichen Hintergründe, die historischen Grabsteine mit altem Baumbestand und seine weitgehende Unversehrtheit machen den jüdischen Friedhof in Hanau zu einem magisch wirkenden Ort. Die Zeiten reichen zurück in die frühen 16xx Jahre, als nach Ansiedlung der Hugenotten auch explizit Juden angesiedelt wurden, weil man deren Handelsnetzwerke und Geldhäuser benötigte. Die Vernichtung der jüdischen Gemeinschaft zur Zeit der Nazi-Herrschaft ließ sich anhand der spärlicher werdenden Grabsteine fast noch physisch greifen.

Angefangen hatten wir bei sehr trübem Wetter, in das sich nach und nach immer mehr Sonnenstrahlen mischten um zur Mittagszeit in einen strahlend blauen Himmel zu enden. Somit hatten wir eine wunderbare Gelegenheit verschiedenste Lichtstimmungen auf diesem mystischen Ort einzufangen.

Auch wenn es jedem der Teilnehmer etwas melancholisch ums Herz wurde, waren alle dankbar für diese einmalige Gelegenheit völlig ungestört diese Stimmung auf dem Friedhof fotografisch einzufangen.